Eine Nacht im Royal Melbourne Hospital
Aaron | 29. Mai 2009Wer mich über Twitter in den letzten Tagen aufmerksam verfolgt hat, wird auch mitbekommen haben, dass ich die vergangenen 24 Stunden im Royal Melbourne Hospital verbringen durfte.
Der Anlass bzw. die genaue Form meiner “Erkrankung” muss und soll hier gar nicht breitgetreten werden, soviel Privatsphäre erlaube ich mir. So viel darf gewusst werden: Es ist eine Sache, die jeder mal bekommen kann, in vielen Fällen wahrscheinlich auch ohne große ärztliche Betreuung vorüber geht, manchmal aber halt böse werden kann so wie bei mir, und ganz selten auch mal ganz ganz böse endet. Um letzteres zu verhindern, hat man mich da behalten.
Dass ich zuletzt in einem Krankenhaus als Patient stationär aufgenommen wurde, ist grob geschätzte 20 Jahre, wenn nicht noch länger, her. Demnach war ich gespannt auf das was mich erwartete.
Zunächst mal 2 Stunden Wartezeit in der Notaufnahme. Deutsche Verhältnisse. Schön! Deutschland ist wohl doch nicht viel schlechter als andere Länder! Hatte ich mich doch darauf eingestellt, dass ich als “Ausländer” erstmal irgendwie Vorkasse leisten müsste, aber nein – überraschenderweise musste ich nur meine Adresse angeben und bekomme in einigen Wochen eine Rechnung. Sehr angenehm, und ich war schonmal von einer Last befreit.
Die andere Last nahm mir dann – vorübergehend – ein lustiger Chirurg, nachdem mich mehrere verschiedene Fachärzte begutachtet hatten. Der lustige Chirurg wütete an und in mir wenig zärtlich und hatte nach erfolgter Klein-OP dann auch passende Worte.
Da das Telefon des lustigen Chirurgen bimmelte und er nach dem Eingriff ganz dringend rangehen musste, beschloss ich, aus Protest ein blutgefärbtes Abbild des australischen Kontinents auf dem Kopfkissen zu hinterlassen.
Bis zu diesem Zeitpunkt ging ich noch davon aus, gleich wieder zurück ins Hostel zu dürfen, aber der lustige Chirurg offenbarte mir, dass ich 12-24 Stunden da bleiben müsse. OK, Hostel oder Krankenhaus – eigentlich auch egal. Und so war ich gespannt auf die folgende Nacht.
Ich muss sagen, nach mehreren Monaten in Hostel und Zelt ist ein Krankenhaus Luxus pur! Man bekommt drei halbwegs gute Mahlzeiten pro Tag, man schläft mit nur einer anderen Person im Raum, es kommen ständig Krankenschwestern die sich nach dem Wohlbefinden erkundigen sowie Getränke herbeischaffen und man hat einen eigenen Fernseher!
So brachte ich also die ungefähr 28 Stunden im Krankenhaus zwischen Southpark, Visite, Kommissar Rex, Ultraschall und Simpsons recht gut rum, und bin jetzt wieder mit ein paar wenigen Medikamenten und einem Arztbrief zurück im Hostel, wo sich in der Zwischenzeit nichts verändert hat, obwohl sich diese paar Stunden wie eine ganze Woche Abwesenheit anfühlen.























